Die japanische Küche hat bekanntermaßen einiges zu bieten. Ob Sushi, Ramen oder ganz traditionelle Washoku-Küche – japanische Gerichte erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.
Das zeigt sich vor allem in der steigenden Anzahl japanischer Restaurants weltweit. Auch in Österreich sind Sushi und Co längst keine Unbekannten mehr, ganz im Gegenteil.
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Lokalkultur in Japan
Genauso vielfältig wie die japanische Küche ist auch die Lokalkultur in Japan. Vom gehobenen Michelin-Restaurant mit Kaiseki-Küche bis zum Schnellimbiss am Straßenrand ist wohl für jede Gelegenheit, jeden Geschmack und jeden Geldbeutel etwas dabei.
Für den Alltag bieten Ramen Bars ein schnelles warmes Mahl, das meist direkt am Tresen verspeist wird. Für ein lockeres Feierabendbier mit Snacks eignen sich die gemütlichen und ungezwungenen Izakayas.
Am nobelsten sind wohl die Ryotei, für die man früher für gewöhnlich sogar eine Empfehlung brauchte – heutzutage ist das aber nicht mehr so streng. Dafür darf man ein feinstes mehrgängiges Kaiseki-Menü und höchst traditionelle Bewirtung erwarten.
Von Preisklasse und Ambiente abgesehen gibt es auch Restaurant-Typen je nachdem was dort gekocht wird, z.B. Sushi-ya, Teppanyaki-ya oder Oden-ya. Auswahl gibt es also genug.
Von den Speisen abgesehen, ist auch die Atmosphäre etwas Besonderes. Die Japaner sind grundsätzlich sehr herzliche Gastgeber. Schon bei Betreten eines Lokals schallt meist aus allen Ecken ein lautes Irashaimase! als Willkommen entgegen. Ein feuchtes Tuch, das oshibori, wird zu Beginn gebracht, um sich die Hände zu säubern bzw. zu erfrischen. Traditionell sitzt man auf Tatami Matten an niedrigen Tischen. Heutzutage ist die Einrichtung aber sehr oft schon europäisch.
Bei Tisch sind je nach Art des Lokals mehr oder weniger strenge Regeln zu befolgen. Im Gegensatz zu europäischen Tischmanieren ist das Schlürfen von heißer Suppe oder Nudeln zum Beispiel sogar erlaubt. Auch für das Sushi-Essen gibt es bestimmte Verhaltensweisen.
Essstäbchen-Etikette ist ebenso wichtig. So sollte man diese nicht ins Essen stecken, wild damit herumfuchteln oder gar auf Menschen zeigen. Wenn sie nicht gebraucht werden, am besten gerade aufs hashioki, also Bänkchen für Essstäbchen legen.
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Am wichtigsten ist jedoch: der nötige Respekt dem Gastgeber gegenüber. Das zeigt sich schon durch das vollständige Aufessen der Speisen. Und ein höfliches Danke für das Mahl ist sowieso immer angebracht.
Am besten beginnend mit einem wertschätzendem itadakimasu, und einem gochisou sama deshita als Dank für das Festmahl. Übrigens: Trinkgeld wird in Japan nicht erwartet, sondern ist eher verpönt oder gar beleidigend. Bei japanischen Restaurants in Österreich darf man das dagegen schon.
Japanische Küche in Österreich
In Österreich leben etwa nur ca. 2000 Japaner und Japanerinnen. Die meisten davon in Wien, gefolgt von Salzburg und Innsbruck. Vorwiegend kommen sie für die Arbeit oder ein (Musik-)Studium nach Österreich.
Eine riesige japanische Community findet man also eher nicht. Auch in der Gastronomie zeigt sich das. Zwar gibt es in den meisten Städten die üblichen an den europäischen Gaumen angepassten Asia-Restaurants; explizit und authentisch japanische Küche ist jedoch noch rarer gesät.
Trotzdem hat sich die japanische Gastro-Szene in Österreich in den letzten Jahren mehr und mehr entwickelt. Vor allem Sushi-Restaurants werden immer beliebter. Nicht immer wird dieses aber ausschließlich von japanischen Sushi-Meistern zubereitet.
Ein Trend der letzten Jahre: auch österreichische Spitzenköche wagen sich an japanische Speisen. Nobel-Sushirolls sind keine Seltenheit, und werden sogar im Fine Dining kredenzt. Sushi am Fließband war gestern!
Doch wo genau soll man in Österreich nun für das beste Erlebnis hingehen? In unserer Top 10 der besten japanischen Restaurants findet ihr die wichtigsten Lokale, die ein wenig japanisches Flair nach Österreich bringen.
1. Nihonbashi, Wien
Das Nihonbashi bietet ein rundum authentisches japanisches Erlebnis. Das beginnt schon beim noren (暖簾), also dem Stoffvorhang beim Eingang. Auf Reservierung gibt es getrennte Räume mit den typischen niedrigen Tischen für das extra japanische Flair.
Neben Sushi kann man hier auch Spezialitäten wie Hiyayakko, Natto oder Inarizushi probieren. Besonders die Gozen, also Sets am Tablett sind zu empfehlen, und bieten ein rundum typisches japanisches Mahl inklusive Sushi, Salaten, Gemüsebeilagen und anderen Extras.
Das Beste ist jedoch: als Teil des Restaurants gibt es eine original japanische Karaoke-Bar. In privaten Räumen kann man dort nach Lust und Laune japanische Lieder singen. Bei einem Besuch sollte man unbedingt beides kombinieren!
2. Mochi Ramen Bar, Wien
Das Mochi hat sich mittlerweile zum regelrechten Kultlokal der Wiener Gastroszene entwickelt. Es gibt sogar mehrere Standorte in Wien, unter anderem die beliebte Mochi Ramen Bar.
Neben einer großen Auswahl an klassischen Ramen Gerichten gibt es außerdem japanische ‚Tapas‘ und leckere Drinks. Angeschlossen an das Lokal gibt es sogar einen Shop, in dem die passenden Ramen-Kits zum Selbermachen erstanden werden können.
Das Mochi ist natürlich nicht die einzige Adresse für köstliche Ramen: Ramen Makotoya überzeugt mit wundervoll japanischer Atmosphäre. Auch Karma Ramen bietet tolle Speisen und japanisch inspirierte Cocktails an. Wie wär’s zum Beispiel mit einem „Pummeluff“ aus Lychee Likör und Pflaumenwein?
3. Shiki, Wien
In der High-End Kategorie darf vor allem das Shiki nicht unerwähnt bleiben. Mit je einem Michelin Stern und einer Gault-Millau Haube spielt es in der absoluten Oberliga mit. Entsprechend sind die Preise höher angesetzt, dafür darf man aber auch Gourmet Menüs und japanische Haute Cuisine erwarten.
Zum Essen gibt es neben japanisch inspirierten Menüs auch eine große Auswahl an besonderer Sushi Spezialitäten. Hier gibt es traditionelles ebenso wie modernes Sushi, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Besonders spannend wird es, wenn man einen Tisch in der Nähe der offenen Sushi-Küche ergattern, und dem japanischen Sushimeister direkt beim Zubereiten zusehen darf.
Inhaber Joji Hattori war vor Eröffnung des Restaurants übrigens ein bekannter Dirigent und Geiger. Neben dem Sushi Meister sind sonst aber hauptsächlich österreichische Köche am Werk.
4. Sakai, Wien
Der Japaner Hiroshi Sakai hat sich bereits in der (übrigens immer noch empfehlenswerten) Unkai Sushi Bar als Teil des Grand Hotel Wien einen Namen gemacht. Mittlerweile hat der japanische Meisterkoch sein eigenes Lokal, das Sakai, in dem vor allem authentische und kreative Gourmet-Menüs gezaubert werden. Absolut empfehlenswert: die Sake-Begleitung zum Abendmenü!
5. Mikata Izayaka, Wien
Als Izakaya werden in Japan Bars bezeichnet, in denen man sich nach der Arbeit trifft, um gemeinsam zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen.
Im Mikata Izakaya in Wien erwartet Gäste japanisches Shabu Shabu oder Streetfood Klassiker wie Takoyaki, Okonomiyaki oder Karaage. Besonders während der Happy Hour gibt es tolle Angebote für alkoholische Getränke mit warmen Snacks.
Bisher mag die Liste insgesamt ja sehr Wien-lastig sein – als Hauptstadt hat Wien nun mal rein zahlenmäßig die meisten japanischen Restaurants zu bieten.
Um nicht ganz in Wien zu bleiben, sehen wir uns nun auch an was die anderen Bundesländer-Hauptstädte zu bieten haben. Den Anfang macht gleich die zweitgrößte Stadt Österreichs, Graz.
6. Yamamoto, Graz
Die Yamamoto Sushibar gilt als der Japaner in Graz. Mittlerweile gibt es ihn sogar an drei Standorten. Auf der kleinen, aber feinen Karte stehen vor allem frisch zubereitete Sushi, Sashimi sowie Ramen. Aber auch leckere Bentoboxen und Mittagsmenüs sind erhältlich.
7. Memori, Graz
Das etwas höher-preisige Memori bietet modernes Flair und neu interpretierte japanische Speisen. Hauptsächlich gibt es wunderbares Sushi, und sogar Sushi-Kochkurse für Einsteiger werden angeboten. Ebenso empfehlenswert: das Omakase Tasting Menü. Der Begriff omakase bedeutet so viel wie „Ich überlasse es Ihnen“, und wird in japanischen Restaurants verwendet, wenn man die Essensauswahl nicht selbst treffen, sondern einfach dem Koch überlassen will. Überraschungen sind hier garantiert – doch bestimmt nur gute.
Andere beliebte Adressen in Graz sind übrigens das Sakana, Osaka, oder Toshi. Wem mehr nach Fusions- und Haubenküche zumute ist, der sollte es mit Miss Cho probieren.
8. Ichi go ichi e, Graz/Salzburg
Mit Standorten sowohl in Graz als auch Salzburg ist die Ichi go ichi e Ramen Bar ein absoluter Kult-Treff für leckere Ramen. Wenn man sich erst durch Starters wie Edamame, Gyoza oder Takoyaki gefuttert hat, hat man die Wahl zwischen den Klassikern unter den Ramen Gerichten. Auch die Atmosphäre im Lokal überzeugt mit den typisch japanischen Sitzplätzen an der Bar.
Übrigens: der Begriff ichi-go ichi-e ist eine poetische Redewendung der japanischen Kultur, die die Einmaligkeit eines jeden Moments beschreibt. Unheimlich passend zu den einmalig guten Ramen, wie wir finden.
9. Bonsai Sushi Bar, Innsbruck
Auch in Innsbruck gibt es genügend Möglichkeiten für tolles Sushi. Die Bonsai Sushi Bar ist eine davon. Nicht unweit vom berühmten Goldenen Dachl kann man sich direkt an der Theke sitzend einzelne Sushi Happen bestellen – oder gleich ganze Platten zum Mitnehmen.
10. KAI, Innsbruck
Das Restaurant KAI ist benannt nach der ursprünglichen Bezeichnung der Heimatstadt von Küchenmeister Toru Watanabe. Kulinarisch wird absolut authentische japanische Küche in Tirol geboten. Es gibt gute und erschwingliche Mittagsmenüs sowie Sushiplatten, aber auch japanische Speisen wie Zaru-Soba oder gegrillter Aal.
All jenen, die jetzt Appetit auf japanisches Essen bekommen haben, können wir nur raten eines der vielen tollen japanischen Lokale in Österreich auszuprobieren.
Keine Lust ins Restaurant zu gehen?
Hausgemachtes Sushi ist die Mühe bestimmt wert, und auch mit Instant-Ramen kann man sich ein wenig japanisches Flair ins Wohnzimmer holen. Dazu noch ein paar verrückte japanische Snacks, und das Menü ist komplett.
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