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Typisch japanisches Essen: das essen Japaner

Die japanische Küche übt eine besondere Faszination aus und zählt zu den beliebtesten asiatischen Küchen weltweit. Sushi, Ramen und Co. gibt es auch außerhalb Japans in zahlreichen Restaurants. Doch japanisches Essen besteht aus weit mehr als nur Sushi!

Wir zeigen euch welche besonderen Speisen die japanische Küche zu bieten hat, was die Japaner über den ganzen Tag so zu sich nehmen, und wie ihr selbst in Deutschland in den Genuss von japanischen Snacks kommt.

 

Was essen Japaner?

Die japanische Küche ist sehr abwechslungsreich, und doch finden sich einige Zutaten und Bestandteile ständig wieder.

Als Lebensmittel #1 ist Reis aus japanischem Essen und der japanischen Kultur einfach nicht wegzudenken. Rundkornreis ist Hauptbestandteil jeder Mahlzeit, von einfachen Reisbällchen, über Reisbowls bis zur Nachspeise aus Reismehl. Das zeigt sich auch in der Sprache, ist doch das Wort für Reis (gohan 飯) gleichbedeutend mit dem Wort ‚Mahlzeit‘ oder ‚Essen‘. Reiskocher gehören deshalb auch zur Grundausrüstung einer jeden japanischen Küche.

Neben Reis finden sich aber auch Nudeln in vielen japanischen Gerichten wieder, meist als gebratene Nudeln oder in der Ramen-Suppe. Zu den beliebtesten Nudelsorten gehören Soba, Nudeln aus Buchweizenmehl, die oft kalt und mit Soße zum Dippen verspeist werden, und die sehr dicken Udon Nudeln aus Weizenmehl.

 

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Fisch spielt natürlich für den Inselstaat Japan eine bedeutende Rolle, und ist besonders in den Küstengegenden immer fangfrisch erhältlich. Kein Wunder also, dass sich roher Fisch, z.B. als Hauptbestandteil von Sushi, als bevorzugte Zubereitung etabliert hat. Andere Meeresfrüchte, Oktopus und Unagi (Aal) stehen aber ebenso am Speiseplan.

Lange gab es im buddhistisch geprägten Japan ein Verbot des Fleischkonsums, heutzutage ist jedoch auch Rinder-, Schweine- und Hühnerfleisch Bestandteil vieler Speisen. Eher vergeblich sucht man auch heute noch Milchprodukte und ihre Verarbeitung in traditionellen japanischen Gerichten.

Aber auch Vegetarier kommen in der japanischen Küche auf ihre Kosten: es gibt Tofu und Sojabohnen in jeglicher Form, viel Gemüse sowie verschiedenste Algen und Pilze in diversen vegetarischen japanischen Gerichten.

 

Ebenso wichtig wie die einzelnen Zutaten ist die Zubereitung. Was in der traditionellen japanischen Küche, auch washoku (和食) genannt, zählt, ist der Grundgeschmack der natürlichen Produkte sowie eine grundsätzliche Schlichtheit des Mahls. Speisen sollen ohne viel Schnick-Schnack auskommen, Gewürze werden ebenso sparsam verwendet. Hauptsächlich gewürzt wird mit Sesam, Wasabi, Reiswein und -essig, Dashi (einer Brühe aus Kombu-Algen und Bonito-Flocken) sowie Soja in seinen zahlreichen Formen – etwas als Shoyu (Sojasauce) oder Miso (Sojabohnen-Paste). Vor allem die Fermentation spielt für viele Grundzutaten eine große Rolle.

Washoku zählt laut UNESCO übrigens seit 2013 zum immateriellen Kulturerbe. Die japanische Küche gilt außerdem als besonders gesund, was sich unter anderem an der hohen Lebenserwartung der Japaner zeigt. Da können wir uns also einiges abschauen!

 

Typisch japanische Gerichte

Viele typisch japanische Gerichte sind uns mittlerweile ja bekannt: von den zahlreichen Sushi-Varianten, wie Sashimi, Nigiri oder Maki, bis zur Miso Suppe, den beliebten Gyoza-Nudelteigtaschen oder kultigen Ramen.

 

Das ist aber längst nicht alles was die japanische Küche zu bieten hat. Kennt ihr zum Beispiel auch das berühmt-berüchtigte Natto (納豆 oder なっとう)? Diese Speise besteht aus fermentierten Sojabohnen, die klebrige Fäden ziehen. Was aussieht wie geschmolzener Käse, entsteht durch die Fermentation durch Bakterien.

Der Geruch und die schleimige Konsistenz ist für westliche Gaumen zugegeben zunächst eher gewöhnungsbedürftig, getestet haben sollte man es aber auf jeden Fall. Grundsätzlich gibt es in der japanischen Küche sehr viele Soja-Produkte zu probieren, wie zum Beispiel hiyayakko 冷奴, ein weicher Seidentofu der kalt mit Toppings und Sojasoße serviert wird. Japanisches Essen hat also auch vegetarisch viel zu bieten.

 

Natürlich gibt es auch westlich inspirierte Speisen - wie zum Beispiel tonkatsu, das ähnlich wie Wiener Schnitzel, nur eben mit Reis und oftmals auch einer Curry-Sauce serviert wird. Diese Art zu Kochen wird auch als yoshoku (洋食) bezeichnet.

 

Was essen Japaner zum Frühstück?

Frühstück, in Japanischen asagohan (朝ごはん) genannt, ist ja bekanntlich die wichtigste Mahlzeit des Tages. Japaner essen dabei schon morgens gern eher herzhaft und ausgiebig statt süß. Neben der obligaten Miso Suppe – also einer Brühe auf Dashi-Basis vermischt mit Miso und Tofuwürfel, Algen oder Frühlingszwiebel als Einlage – darf natürlich auch Reis nicht fehlen.

Ergänzt wird das Mahl mit gegrilltem Fisch, Gemüsebeilagen (oft als tsukemono, also sauer eingelegtes Gemüse), oder auch Natto. Ähnlich wie bei uns ist auch das Frühstücks-Ei ein Thema. In Japan wird es allerdings in Form von tamagoyaki (卵焼き), einem gerolltem und in Happen geschnittenem Omelett, oder tamago kake gohan (卵かけご飯), also ein rohes Ei das über Reis geschlagen und damit verrührt wird. Mittlerweile entdecken die Japaner aber auch mehr und mehr Brot und Aufstrich fürs schnelle Frühstück.

 

Japanische Gerichte zum Mittagessen

Japaner arbeiten ja bekanntlich sehr viel und sehr pflichtbewusst - viel Zeit fürs Mittagessen ist also eher nicht eingeplant. Für die Mittagspause beliebt sind daher die gekauften oder selbst mitgebrachten Bento-Boxen, die meist eine liebevoll drapierte und geformte Mischung aus Reis, Gemüse und Fleisch beinhaltet. Auch Onigiri (お握り), die dreieckig geformten Reisbällchen sind ein beliebter Snack, und in jedem Konbini erhältlich. Sie enthalten meist eine Fülle aus Lachs, Thunfisch-Mayo oder den traditionellen Umeboshi (also salzig eingelegten Aprikosen), und sind zum Einhalten mit einem Nori-Blatt umwickelt.

Auch Ramen werden gern mittags genossen, weil sie ebenso schnell gemacht wie verzehrt sind. Man bekommt sie in Restaurant oder auch als Fertig-Ramen im Cup, der nur noch mit heißem Wasser aufgegossen werden muss.

 

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Zuletzt darf natürlich das klassische japanische Street Food nicht fehlen. Hier haben Japaner unter anderem die Wahl zwischen Takoyaki (gebackene Teigkugeln mit Oktopus-Fülle), Okonomiyaki (herzhafte Pfannkuchen mit Füllung nach Belieben), Toriyaki (Hühnerspieße), oder Karaage (Frittiertes, meist Hühner).

 

Japanische Küche am Abend

Japanisches Abendessen, bangohan (晩御飯) genannt, unterscheidet sich im Wesentlichen gar nicht so stark vom traditionellen japanischen Frühstück. Die Zusammensetzung des Essens erfolgt nach dem Prinzip ichiju sansai (一汁三菜), d.h., „eine Suppe, drei Beilagen“.

Es gibt also wiederum Miso-Suppe, Reis und Gemüsebeilagen, mit Fisch oder Fleisch als Hauptmahl. Dabei werden die verschiedenen Gerichte alle gleichzeitig und in mehreren kleinen Schälchen serviert. Vor allem in Ryokans (旅館), also japanischen Pensionen, wird viel Wert auf diese Tradition gelegt.

 

Japanisches Essen für besondere Anlässe

Natürlich unterscheiden auch die Japaner zwischen alltäglicher Hausmannskost und besonderem Essen für Feierlichkeiten. Ein Beispiel dafür ist Sushi, wobei hier nicht die Fast Food Variante vom Fließband gemeint ist, sondern das Ausgehen in gehobenen Sushi-Restaurants (sushi-ya genannt). Hier sitzen Gäste direkt am Tresen und bekommen einzelne Sushi Happen direkt vom Sushimeister serviert. Das kann ganz schön kostspielig werden, darum sind solche Besuche auch nur für ganz besondere Anlässe gedacht.

 

Weniger kostspielig, aber dafür ebenso atmosphärisch ist Shabu-Shabu oder Sukiyaki. Bei dieser Mahlzeit wird ein großer Topf mit würziger Brühe in die Mitte des Tisches gestellt, und rohe Zutaten (wie dünne Streifen von Fleisch, Pilze, oder Sprossen) können nach Belieben selbst darin gekocht werden. Am Ende wird die schmackhafte Brühe mit Nudeln als Suppe gegessen. Ein vergnügliches Essen für eine gemeinsame Zeit. Ebenso für einen besonderen Abend geeignet sind die Tischgrille, die bei Tepanyaki und Yakiniku zum Einsatz kommen.

 

Zu besonderen Feiertagen, wie dem Neujahrsfest, werden auch gerne Mochi, also süß gefüllte Klebreisbällchen, zubereitet. Auch für die besondere japanische Teezeremonie werden diese Süßigkeiten, auch wagashi (和菓子) genannt, als Ausgleich zum bitteren Matcha serviert. Übrigens wird bei einer richtigen Teezeremonie auch Essen in mehreren Gängen serviert. Dieses kaiseki ryori (懐石料理) besteht aus leichten und kleinen Mahlzeiten, die jedoch besonders kunstvoll angerichtete werden. Gehobene Küche á la Japan.

 

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Gar nicht alltäglich und nur was für ganz Risikofreudige ist dann Fugu – das Muskelfleisch von Kugelfischen. Dieses wird auch nur in Spezial-Restaurants angeboten, denn hier brauchen Köche eine Sonderlizenz, um zu garantieren, dass nicht aus Versehen das höchst tödliche Gift der Tiere ins Essen gelangt… der Nervenkitzel bei Tisch ist zumindest garantiert.

 

Lieblingsgetränke der Japaner

Zum Essen darf natürlich eine Sache nicht fehlen: die Getränkebegleitung! Essentiell für die Japaner ist der Grüntee, der praktisch über den ganzen Tag zum Essen getrunken werden kann. Näheres zu japanischen Tees erfährt ihr auch in unserem großen Tee-Guide. Als Abschluss von Mahlzeiten wird ein guter Sake, also Reiswein gereicht, während zum Essen auch japanische Biere sehr beliebt sind.

 

Japanische Süßigkeiten

Eigentlich ist die japanische Küche nicht unbedingt für ihre süßen Speisen bekannt. Zumindest unter den Hauptspeisen sucht man sie vergeblich. Dennoch gibt es traditionelle Süßigkeiten und Desserts, meistens aus Reismehl und mit Füllungen aus Anko (rote Bohnen Paste) hergestellt. Mochi, Daifuku, und Dango sind besonders beliebt.

 

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Doch nicht nur klassische japanische Süßigkeiten, sondern auch eher westliche Varianten von Keksen, Gummibärchen oder Schokolade gibt es mittlerweile en Masse. Um die quirligen und außergewöhnlichen japanischen Snacks ist in den letzten Jahren ein regelrechter Hype entstanden. Kein Wunder, bei der süßen Aufmachung und den ungewöhnlichen Geschmackssorten. So gibt es zum Beispiel Aal-Cola, gesüßte Sojabohnen und so ziemlich jede Süßigkeit ist auch mit Matcha-Geschmack erhältlich.

 

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Japanische Snacks und Süßigkeiten gibt es mittlerweile zwar auch in ausgewählten Anime-Shops und Asia-Läden zu ergattern, doch hier ist die Auswahl noch gering. Die außergewöhnlichsten Snacks kann man aber auch ganz einfach mit ZenMarket bestellen (hier erklären wir euch wie das geht). Auf jeden Fall empfehlenswert sind Mochi in den allen Geschmacksrichtungen (von den klassischen Anko und Sesam, zu Matcha und diversen Fruchtfüllungen), die beliebten Pocky-Schokosticks, und Taiyaki – eine gefüllte Waffel in Fischform. Noch mehr Tipps findet ihr auch in unserem Artikel zu den besten japanischen Süßigkeiten.

 

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Wenn euch nun ebenso der Magen nach authentischer japanischer Küche und außergewöhnlichen Snacks knurrt, dann bleibt uns nur übrig zu sagen: Itadakimasu!

Artikel| 09.08.2022 | Essen und TrinkenEssen

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