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Alles über japanischen Tee – Unser ultimative Guide

Tee ist ein Jahrtausende altes Getränk, und unersetzlicher Bestandteil der asiatischen Kultur. Besonders japanische Tees, allen voran Matcha als Trendgetränk der letzten Jahre, sind buchstäblich in aller Munde. Doch warum lieben die Japaner (und wir mittlerweile auch) das Aufgussgetränk so sehr, was hat es mit der japanische Teezeremonie auf sich, und welcher Tee ist eigentlich am besten? All das und mehr beantwortet unser Tee-Guide.

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Geschichte des Tees in Japan

Auch wenn Japan für seine Teezeremonien und den beliebten Matcha weltweit bekannt sind, so kommt der Kult um den Grüntee ursprünglich aus China. Der Legende nach fiel dem Herrscher Shen Nong beim Wasserkochen zufällig ein Blatt des Teestrauches in den Kessel, worauf sich der herrliche Teeduft entfaltete. Begeistert vom Geschmack und erfrischenden Effekt des Aufgusses soll er die weitere Zubereitung von Tee dann gefördert und verbreitet haben. Von diesen Erzählungen abgesehen ist jedenfalls belegt, dass Tee in China seit mehr als 2000 Jahren als medizinisches sowie als Genussmittel angebaut wird – und von dort aus die Welt eroberte.

 

Schon im 8. Jahrhundert haben buddhistische Mönche den Tee dann nach Japan gebracht – zunächst rein als Medizin, und auch nur für die damalige (religiöse) Elite. Besonders die gesundheitlichen Aspekte, sowie die muntermachende Wirkung für längere Meditationen war für Zen-Buddhisten von Bedeutung. Ab dem 12. Jahrhundert, nach Bemühungen des Zen-Meisters Ensai, wird die Teepflanze auch in Japan selbst kultiviert. Besonders die Verarbeitung mittels Dämpfens und die anschließende Pulverisierung, wie wir es vom Matcha kennen, wurde anschließend in Japan stark weiterentwickelt und zur Perfektion gebracht. Ab diesem Moment spielte der Grüntee auch kulturell eine große Rolle, vor allem mit dem Aufkommen der japanischen Teezeremonie (mehr dazu gleich).

Erst im 17. Jahrhundert – wieder ausgehend von China, die sich von der dort üblichen gepressten Form des Tees langsam lösten – wurde dann die Methode der Teezubereitung durch das Ziehen von losen Blättern in Wasser etabliert. Damit war auch der Weg für Tee als Genussmittel der Massen endgültig geebnet.

Heute gehört Tee als Nationalgetränk praktisch zu den Grundnahrungsmitteln und täglichen Begleiter in Japan. Mittlerweile hat der Grüntee auch den Rest der Welt erreicht, und japanischer Matcha wird nicht nur als Trendgetränk Matcha Latte (also gesüßt und mit Milch) zubereitet, sondern auch in der Küche, z.B. als Backzutat oder in Smoothies, verwendet. Von der antiken Medizin in China bis zur modernen internationalen Küche also – Tee kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Doch was genau macht den japanischen Tee aus?

 

Was ist japanischer Tee?

Teesorten gibt es ja grundsätzlich einige: man unterscheidet ganz grob Schwarztee, Grüntee, Gelben und Weißen Tee sowie Oolong oder Puh Er. Die allgemeine Bezeichnung für Tee ist in Japan ocha (お茶) – damit ist aber eigentlich so gut wie immer der typische Grüntee gemeint. Zwar gibt es die anderen Sorten natürlich auch, doch Grüntee hat in Japan einfach eine dominante Rolle. Es ist das mit Abstand beliebteste Heißgetränk der Japaner, und wird zu vielen Speisen sogar in Restaurants gratis gereicht.

Japanischer Grüntee wird aus der Pflanze mit dem klingenden Namen Camelia sinensis gewonnen. Grundsätzlich kommen alle Teesorten, egal ob Schwarz-, Grün oder Weiß von dieser Teepflanze (oder im indischen Bereich auch aus der assam-Variante). Die verschiedenen Ausprägungen und Geschmackssorten entwickeln sich dann aufgrund der weiteren Verarbeitung der geernteten Blätter des Strauchs.

Je nachdem, ob man die Teeblätter nun dämpft, um die natürliche Fermentation zu stoppen, fermentiert oder besser gesagt oxidiert, oder sie sogar röstet entstehen verschiedene Teesorten. Früchte- oder Kräutertees zählen übrigens nicht dazu, da sie nicht aus der Teepflanze gemacht werden. Sie sind also streng genommen keine richtigen Tees.

Japanischer Tee, also Grüntee, wird grundsätzlich nach der Ernte für einige Sekunden durch Dämpfen erhitzt. Dadurch behält er seine schöne grüne Farbe. In Japan wird fast ausschließlich Grüntee produziert, meistens aus der Teepflanzenart Yakubita. Auch hier gibt es je nach Anbauart – z.B. ob beschattet oder nicht – große Unterschiede und Sortenvielfalt. Die beste Qualität hat übrigens jeweils die Frühlingsernte, auch first flush genannt. 

Mengenmäßig wird der meiste Grüntee zwar immer noch in China produziert, jedoch ist der japanische grüne Tee bei weitem der exklusivste und hochwertigste. Hier hat man sich ganz auf den Anbau und die Verarbeitung in absoluter Premium Qualität spezialisiert, dadurch gibt es ihn auch nur in kleineren Mengen im Ausland. Tee aus Japan zu bestellen, zahlt sich also allein für die Qualität definitiv aus.

Besonders berühmt in Japan als Tee-Anbaugebiete ist die Region um Uji, nahe Kyoto als ehemaliger Hauptstadt. Hier entstand das erste große Teegebiet, das auch heute noch große Bedeutung hat – Uji-Tee zählt zu den hochwertigsten und damit auch teuersten japanischen Tees. Größtes Anbaugebiet heutzutage ist jedoch in Shizuoka, aber auch Kagoshima im Süden Japans liefert große Menge. 

 

Welchen Tee die Japaner am liebsten trinken? Das kommt immer ganz auf die Gelegenheit an. Der meistgetrunkene Sencha oder auch Bancha werden im täglichen Leben konsumiert – ob zum Essen, nach dem Essen, oder als gekühlter Softdrink für unterwegs. Der kostbare Matcha wird eher in Teezeremonien verwendet, während ein Gyokuro so besonders ist, dass man ihn für besondere Anlässe und Ehrengäste aufspart. All diese Sorten sagen dir nichts? Kein Problem. Hier kommt ein Überblick über die wichtigsten japanischen Teesorten und ihre Besonderheiten.

 

 

Die 8 beliebtesten japanische Teesorten, die man probiert haben muss

 

  1.   Matcha (抹茶) 

Wörtlich übersetzt bedeutet Matcha ‚Pulvertee‘ – er ist der wohl berühmteste der japanischen Teesorten. Der edle Grüntee wird vor der Ernte beschattet, und nach dem Dämpf- und Trockenvorgängen zu feinem Staub vermahlen. Eine leuchtend grüne Farbe ist ein Zeichen von Qualität – hier unterscheidet sich japanischer Matcha oft von der minderwertigeren Ware aus dem Supermarkt. Vor dieser Verarbeitung zu Pulver werden die ungerollten Teeblätter übrigens Tencha (碾茶) genannt.

Matcha ist besonders einfach und schnell zubereitet: einfach die richtige Menge des Pulvers in eine Schale geben, (nicht zu) heißes Wasser dazu, aufschlagen – und genießen! Man kann ihn mit eher dicker Konsistenz trinken, koicha (濃茶) genannt, oder sehr dünnflüssig, als usucha (薄茶). Der Unterschied liegt darin, wie viel Teepulver im Verhältnis zum Wasser verwendet wird. Besonders in der Teezeremonie hat dies Bedeutung.

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  1. Sencha (煎茶)

Der Klassiker der japanischen Tees ist dieser gedämpfter Grüntee, der nicht beschattet wurde. Mit fast 80% macht Sencha in Japan den bedeutenden Großteil der Tee-Produktion aus. Er ist auch der mit Abstand am häufigsten getrunkene Tee der Japaner. Sein Geschmack ist typisch frisch.

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  1. Bancha (番茶)

Bancha kommt im Prinzip vom selben (unbeschatteten) Strauch wie Sencha – allerdings werden für Bancha die größeren, älteren Blätter geerntet, und dies auch erst zu einem späteren Zeitpunkt. Da er dadurch eine niedrigere Qualität als Sencha hat, ist er meist auch günstiger. Er enthält weniger Koffein, und hat dabei einen viel kräftigeren, herben Geschmack. Bancha ist ein typischer ‚Alltagstee‘ der Japaner.

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  1. Gyokuro (玉露)

Gyokuro (übersetzt als ‚edler Tautropfen‘) wird auch Schattentee genannt, und zählt zur absoluten Königsklasse unter den japanischen Tees. Er wird etwa drei Wochen vor der Ernte mit lichtdurchlässigen Netzen beschattet. Dadurch haben die Blätter einen höheren Chlorophyll-Gehalt, und Gerbstoffe entwickeln sich weniger stark. Das Resultat: der Tee hat eine besonders intensive smaragdgrüne Farbe, und einen lieblich-süßen Geschmack. Gyokuro sollte man unbedingt mehrfach aufgießen (dann aber kürzer) – die Blätter können anschließend sogar verspeist werden. Der japanische Gyokuro Tee gehört zu den kostbarsten und exklusivsten Grüntee-Sorten in Japan, man sollte ihn also unbedingt einmal probiert haben.

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  1. Kabusecha (かぶせ茶)

Wem ein Gyokuro zu kostspielig ist, der kann es auch zuerst mit einem Kabusecha probieren. Der sogenannte Halbschattentee liegt praktisch zwischen Sencha und Gyokuro, da er nur für eine kurze Zeit (etwa eine Woche) vor der Ernte abgeschattet wird. Dadurch schmeckt Kabusecha ähnlich wie der süße Gyokuro, ist aber ein wenig günstiger.

 

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  1. Genmaicha (玄米茶)

Eine weitere besondere japanische Teesorte ist der Genmaicha. Dafür wird grüner Tee (meist Sencha) mit geröstetem Puffreis vermengt, wodurch er einen sehr nussigen, fast malzigen Geschmack erhält. Japaner trinken ihn gern zum Essen oder einfach für zwischendurch. Ursprünglich wurde Genmaicha eher für ärmere Bevölkerung hergestellt, da teurer Tee durch den Reis ‚gestreckt‘ wird. Mittlerweile erfreuen sich jedoch alle Schichten des besonderen Geschmacks.

 

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  1. Kukicha (茎茶) 

Vom Strauch der Teepflanze sind übrigens nicht nur die Blätter wertvoll – auch aus den Stielen kann man wunderbaren Tee brühen. Für Kukicha werden die Stiele aus Sencha oder Bancha Tees verwendet. Diese Tees sind dadurch häufig etwas günstiger, aber trotzdem sehr schmackhaft. Und: er enthält auch am wenigsten Koffein! Kukicha aus Gyokuro nennt man übrigens Karigane (雁ヶ音) oder Shiraore (白折) genannt – er ist noch einmal hochwertiger.

 

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  1. Hojicha (焙じ茶)

Im Gegensatz zu den bisherigen grünen Teesorten wird Hojicha (oder auch Houjicha) nicht nur klassisch gedämpft, sondern anschließend auch geröstet. Er erhält dadurch eine braune Farbe und ein ganz eigenes Aroma, das sogar etwas an Kaffee erinnert. Damit ist er auch ideal für all diejenigen, die gern von Kaffee auf Tee umsteigen möchten. Allerdings erhält er durch das Rösten sehr wenig Koffein – den gleichen Effekt wie Kaffee darf man sich also nicht erwarten. Hojicha kann ohne Weiteres auch am Abend getrunken werden, und man darf ihn sehr heiß aufgießen. Im Sommer trinken ihn die Japaner sehr gern gekühlt.

 

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Tee trinken wie die Japaner – die richtige Zubereitung von japanischem Tee

Hat man erst mal die richtige Sorte für sich entdeckt, stellt sich die Frage – wie bereitet man ihn richtig zu? Grundsätzlich gibt es zwei Arten der Zubereitung: das Vermischen und Aufschlagen von Matcha-Pulver mit Wasser; und das im Wasser Ziehen-lassen (und anschließendem Entfernen) von losen Grünteeblättern verschiedener Sorten. Es ist enorm wichtig, die zur Teesorte passende Zubereitungsart zu wählen - japanischer Grüntee ist nämlich ganz schön empfindlich. Temperatur, Ziehzeit, Gefäße oder die Anzahl der Aufgüsse wollen genau überlegt sein.

Die wichtigste Regel: grüner Tee sollte niemals mit kochendem Wasser aufgegossen werden. Dadurch wird er nur bitter bis ungenießbar – das wäre doch schade um den kostbaren Tee und das tolle Aroma! Am besten man lässt gekochtes Wasser erst mal ein paar Minuten abkühlen und misst die Temperatur. Zwischen 70 und 80°C heiß kann das Wasser je nach Sorte sein, für Sorten wie den Gyokuro sollten es aber noch weniger sein (ca. 60°C). Zu kalt darf das Wasser ebenfalls nicht sein, sonst können die Stoffe nicht richtig entzogen werden.

Auch auf die Ziehzeit muss geachtet werden. 2-3 Minuten sind meistens ausreichend; wenn man eine eher beruhigende Wirkung möchte, kann grüner Tee aber auch länger ziehen. Bei weiteren Aufgüssen wird die Ziehzeit dann meist kürzer, man kann dafür aber auch wieder heißeres Wasser verwenden. Auch wieviel Tee man pro Tasse benötigt, ist von Sorte zu Sorte unterschiedlich – von Gyokuro nimmt man üblicherweise eine größere Menge als vom ‚normalen‘ Sencha. Es lohnt sich also immer ein Blick auf die Hinweise auf der Verpackung.

Und natürlich das wichtigste: guter japanischer Tee will zelebriert werden! Vom passenden Tee-Set, bis zur achtsamen Zubereitung, und dem bewussten Genießen der Köstlichkeit.

Grundsätzlich ist ja bei einer ‚normalen‘ Tasse japanischen Tees schon ganz schön viel zu beachten. Es mag zu Beginn wie eigene Wissenschaft erscheinen, doch mit etwas Übung bekommt man bald ein Gefühl für den richtigen Umgang mit japanischen Teesorten. Auf die Spitze getrieben haben die Japaner die Kunst des Teegenuss dann mit der eigenen japanischen Teezeremonie. Wir erklären was es damit auf sich hat.

 

Bedeutung der japanischen Teezeremonie

Die Teezeremonie bezeichnet eine spezielle japanische Kulturpraktik, die seit Jahrhunderten gepflegt und weitergegeben wird. Im Mittelpunkt steht dabei die zeremonielle Zubereitung von Matcha Tee, der den Gästen serviert wird. Chanoyu (茶の湯) bezeichnet dabei das tatsächliche Ritual, der Begriff chado (茶道) meint eher das allgemeine Studium und die Philosophie der Teezeremonie.

Bei der Teezeremonie geht es nämlich nicht nur ums Teetrinken. Stark beeinflusst wurde das Ritual durch den Zen-Buddhismus. Die vier Prinzipien wa (Harmonie 和), kei (Respekt 敬), sei (Reinheit 清) und jaku (Stille 寂) spiegeln sich in allen Elementen und der grundsätzlichen Haltung der Praktizierenden wider.

Die japanische Teezeremonie verläuft nach streng regulierten Abläufen und genauen Regeln. Alle Bewegungsabläufe und Aktionen, auch temae (手前) genannt, sind minutiös eingeübt – von der Vorbereitung aller Utensilien, der Reihenfolge der einzelnen Schritte sowie der exakten Zubereitung des Matcha Tees verläuft alles nach Protokoll.

All das natürlich in traditioneller japanischer Kleidung und im klassischen seiza-Sitz. Auch für alle Utensilien und den Teeraum an sich, chashitsu (茶室) genannt, gibt es genaue Vorgaben. So ist er meist mit einer Schriftrolle mit Kalligrafie oder Malerei, genannt kakemono (掛物), sowie einem schlichten Blumengesteck, dem chabana (茶花) geschmückt. Der Raum ist idealerweise 4 ½ Tatami-Matten groß und hat unterschiedliche Eingänge für Gast und Gastgeber.

Wer die Möglichkeit hat, sollte unbedingt an einer originalen japanischen Teezeremonie teilnehmen. Zumindest sollte man sich das (simple) Spektakel einmal angesehen haben. Die japanische Teezeremonie ist ein faszinierendes Ritual, bei der etwas so banales wie Teekochen zur großen Kunst stilisiert wird. Hier bekommt die Zubereitung von Tee einen fast schon meditativen Charakter.

Ganz ohne Hektik, sondern in Ruhe und vor allem mit sorgsamem Umgang der Materialien. Nur auf den momentanen Handgriff konzentriert, und dabei völlig im Moment sein – da kommt der Geist des Zens zu tragen. Die japanische Teezeremonie zählt damit zu einer der wichtigsten Kulturgüter der Japaner.

 

Ablauf einer japanischen Teezeremonie

Teezeremonie ist jedoch nicht gleich Teezeremonie. Ganz wie beim japanischen Tee gibt es auch hier verschiedene Ausprägungen und Formen. Es gibt die informelle Teezeremonie chakai (茶会), bei der den Gästen neben leichtem Matcha auch Süßigkeiten und eventuell eine Kleinigkeit zu essen geboten wird. Bei dem chaji (茶事), einem richtigen Tee Event, geht es sehr viel formeller zu, mit einer vollständigen Mahlzeit, gefolgt von Süßem und zwei Arten Tee. Diese Art der Teezeremonie kann sogar bis zu 4 Stunden dauern!

Das genaue Prozedere ist dann je nach Schule und Gelegenheit unterschiedlich. Die drei großen Schulen bzw. Traditionen der japanischen Teezeremonie sind die Urasenke, Omotesenke und Mushakojisenke. Sie alle kommen von derselben berühmten Sen-Familienlinie des Sen no Rikyū – einer bedeutenden Figur dieser japanischen Tradition. Sie alle haben unterschiedliche Stile entwickelt, für den Laien sind die Unterschiede aber kaum auszumachen.

 

In der klassischsten, formellen Form beinhaltet die japanische Teezeremonie aber zumindest folgende Schritte:

  1. Die Gäste kommen über den Gartenpfad roji (路地) im Warteraum des Teehauses an, wo ihnen heißes Wasser oder ein anderes Getränk zur Begrüßung serviert werden kann. Hier bereiten sich die Gäste vor, indem sie sich Hände und Mund mit Wasser reinigen.
  2. Auf Zeichen des Gastgebers, betreten die Gäste dann über den nijiriguchi (躙り口), einem Kriecheingang, den Raum. Schuhe etc. werden selbstverständlich vorher abgestellt. Im traditionellen seiza-Sitz (auf Knien, Hintern auf Sohlen abgelegt) platziert, wird nach dem letzten Gast die Tür laut genug geschlossen. Dies ist das Signal für den Gastgeber zu beginnen.
  3. Der Gastgeber betritt den Raum, begrüßt die Leute und führt eventuell ein kurzes Gespräch – natürlich nur über die Inhalte der Zeremonie.
  4. Dann bekommen die Gäste ein mehrgängiges, leichtes Menü serviert, abgerundet mit Sake zur Begleitung, und etwas Süßem zum Abgang. Dieses Mahl wird als kaiseki (懐石) bezeichnet.
  5. Nach dem Essen folgt nakadachi (中立ち), eine kurze Pause, während der die Gäste wieder im Garten oder Vorraum warten, während der Gastgeber weiter vorbereitet und säubert. Vor Wiedereintreten muss das Ritual des Hände- und Mundwaschens wiederholt werden.
  6. Mit einem 5-maligen Gong zurückgerufen, platzieren sich die Gäste wieder im Teeraum. Der Gastgeber kommt herein, reinigt seine Utensilien (Teeschale, Besen, Löffel) in strikter Bewegungsabfolge, und legt sie entsprechend hin. Danach bereitet er dickflüssigen koicha für die Gäste zu. Dieser Schritt wird auch goza-iri genannt.
  7. Die Gäste teilen sich eine Schale koicha, wobei jeder drei Schlucke nimmt. Vor dem Weitergeben der Schale wird die Schale jeweils abgewischt und im Uhrzeigersinn weitergedreht. Ebenso wichtig: die Schale soll auch sichtlich bewundert und betrachtet werden!
  8. Für den nächsten Tee, einem leichten usucha, macht der Gastgeber das Feuer nochmal heiß – es wird jetzt weniger formell. Dieses Mal gibt es sogar eine eigene Schale für jeden Gast. Dieser zweite Tee wird außerdem von japanischen Konfekt-Spezialitäten, den wagashi (和菓子) begleitet. Das können higashi (干菓子), also relativ trockene japanische Süßigkeiten, oder die klassischen Mochi sein. Eine Papierserviette des Gastes, kaishi (懐紙), dient als Unterlage.
  9. Wenn alle ausgetrunken haben, reinigt der Gastgeber wieder alle Utensilien und verstaut sie. Die Gäste haben nun auch die Chance, alle Objekte genau zu begutachten und zu bewundern. Dies dient der Wertschätzung des Gastgebers.
  10. Die Gäste verlassen das Teehaus wieder, mit einer letzten Verbeugung des Gastgebers ist die Zeremonie endgültig beendet.

 

Wer gerne Teezeremonie lernen möchte, hat dazu auch mittlerweile in Deutschland die Möglichkeit. Verschiedene Schulen sind auch hier vertreten, und bieten Vorführungen oder gar Unterricht in der japanischen Teezeremonie. Wer es nicht gleich so ernst damit nimmt, aber trotzdem gern eine Teezeremonie für sich selbst gestalten will, kommt um das richtige Teezubehör nicht herum.

 

Richtiges Zubehör für eine Teezeremonie

Neben dem qualitativ hochwertigen Matcha Tee ist natürlich auch das passende Material für die japanische Teezeremonie wichtig. Man muss ja nicht gleich die ganze Zeremonie perfekt beherrschen – auch sonst ist das Trinken von echt japanischem Tee aus einer richtigen chawan (茶碗), der Teeschale, ein besonderes Erlebnis, und wertet den Genuss noch weiter auf. Diese Schalen sind etwas größer als typische europäische Teetassen aus Porzellan und haben keinen Henkel – liegen aber trotzdem sehr gut in der Hand. Meist sind sie richtige Keramik-Kunstwerke.

Wer gerne Matcha probieren möchte, wird um den Kauf chasen (茶筅), also dem traditionellen Bambus-Besen zum Aufschäumen des Getränks nicht herumkommen.

 

Ebenso zum chaki (茶器), also der Ausrüstung oder Tee-Set, gehören der chashaku (茶杓), ein Löffel aus Bambus, mit dem Teepulver aus der Dose in die Schale gegeben wird.

 

Wer seinen Matcha vor dem Vermischen noch Sieben möchte, verwendet dafür ein furuikan (篩管), ein Teesieb. So geht das Auflösen im Wasser noch einfacher.

Tee Zubehör entdecken

 

Für Fortgeschrittene, die wirklich traditionelle japanische Teezeremonien durchführen wollen, lohnt sich außerdem noch ein chakin (茶巾), das Reinigungstuch aus Leinen zum Auswischen der Teeschalen, und ein fukusa (袱紗), das seidene Reinigungstuch für Teelöffel und Dose. Männer verwenden hier traditionellerweise violette Tücher, während Frauen auf orange oder rote Tücher zurückgreifen.

Mit dem schlichten hishaku (柄杓), einer Schöpfkelle aus Bambus, wird das heiße Wasser aus dem Teekessel entnommen.

Natsume (棗) ist die Dose zum Aufbewahren für Pulvertee (also Matcha), es gibt sie in den verschiedensten Farben und Mustern. Traditionell sind sie mit einem besonderen Lack überzogen.

Es gibt natürlich noch zahlreiche Bestandteile, allgemein auch chadōgu (茶道具) genannt, die zu einer waschechten japanischen Teezeremonie dazugehören. Auf Zenmarket gibt es alle Utensilien, die benötigt werden. Besonders japanische Teezeremonie Sets bieten einen tollen Einstieg mit dem essentiellen Zubehör für Anfänger.

 

Japanische Tee-Sets kaufen

 

Japanischen Tee in Deutschland kaufen

Mittlerweile sind die Finessen der japanischen Teekultur auch bei uns angekommen. Japanischer grüner Tee ist ein äußerst beliebtes Heißgetränk (nicht erst seit dem Einschlag des Matcha Latte), und es gibt inzwischen sogar zahlreiche Teehäuser oder Veranstaltungen die sich dem Genuss widmen. Auch für Zuhause ist es leicht geworden, japanischen Tee zu kaufen. Man kann ihn mittlerweile ganz einfach online bestellen – wie das mit ZenMarket gelingt, erklären wir in diesem Artikel.

Die Auswahl in Online-Shops ist sehr groß – welcher japanische Tee ist für Anfänger wie Tee-Liebhaber nun also besonders geeignet? Der beste japanische grüne Tee ist gar nicht so leicht auszumachen – die Auswahl an hochwertigen Produkten ist enorm, und bieten ganz unterschiedliche Geschmackserlebnisse. Hier muss man einfach nach persönlichen Vorlieben entscheiden.

Mit einem guten Sencha macht man grundsätzlich nicht viel falsch, während echter Matcha aus Japan unerlässlich für die private Teezeremonie ist.

Ein Geheimtipp: die Matcha Teesorten des japanischen Traditionsbetriebs Koyamaen aus dem Uji-Gebiet sind absolute Spitzenklasse, und beliefern mit ihrer Qualität sogar hiesige Teeschulen. Wer experimentierfreudig ist versucht sich an Genmaicha, und wer sich mal richtig was gönnen will, muss unbedingt den “Jadetropfen” Gyokuro probieren.

Alle japanischen Tees entdecken

 

Wir wünschen viel Freude beim Entdecken der zahlreichen japanischen Tees!

Artikel| 20.04.2022 | TeeEssenEssen und Trinken

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